1984 bin ich geboren und am Bodensee (CH) aufgewachsen. Heute wohne ich in St. Gallen.

Der Anfang meines Zeichnungsstils ereignete sich eines Tages in einem Lernatelier, wo ich von jeher lieber gezeichnet als gelernt habe. Die Zeichnungen sind intuitiv mit Kugelschreiber auf Papier entstanden: Es waren Abbildungen des Unterbewusstseins mit eigenen Charaktereigenschaften. Getrieben von der Faszination dieser geheimnisvollen und unbekannten Welt, perfektionierte ich diese Art des Zeichnens und entwickelte so meine ureigene Technik.

Die Motivation ermutigte mich den Gestalterischen Vorkurs zu besuchen. Nach dem Studium war ich pädagogisch gesättigt und so entschloss ich mich, eine unkonventionelle Weiterbildung in Angriff zu nehmen, um in Gedanken und im Handeln frei zu bleiben. Folglich kam es zum Kunstpraktikum beim Kunstmaler Ralf Abati. Bei ihm lernte ich, mein Stil mit anderen Materialien darzustellen und diese auch auf grossformatige Flächen umzusetzen. Nach vielen Jahren des Zeichnens mit Kugeschlreiber, ergänzte sich mein Repertoire zuerst mit Permanent Marker, dann zusätzlich mit Acrylfarben. Die Darstellungen meiner Technik bekamen ein neues Attribut. Diese Erfahrung regte mich an, weitere Versuche zu lancieren, zum Beispiel mit Ölfarben. Heute erschaffe ich meine Werke unter anderem auch mit Tusche. Über viele Jahre hinweg habe ich bewusst auf dominante Farben verzichtet. Meine Bilderwelten sind hauptsächlich mit Schwarz und Weiss entstanden. Heute erfolgen auch farbige Ausführungen.

Die grösste Inspirationsquelle ist mein Unterbewusstsein. Weitere Quellen sind die Perzeption meiner Umwelt und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit eigenen Gedanken und Interpretationen – was bei der Verwendung von Motiven zwangsläufig in einer eigenen Bildsprache hervorgeht. Organische Formen und ineinanderverflochtene Bildsegmente bringen verschiedartige Formgebungen hervor. Einzelne Bestandteile erzeugen ein Ganzes oder auch nicht – die Wahrnehmung ist individuell. Diese Dynamik fordert auf, sich mit dem Bild auseinanderzusetzen. Dieses resultierende Gedankenspiel sehe ich als Privileg des Betrachters – ich selbst erschaffe Räume, in denen Gedanken und Vorstellungen spielen können.

Simon Frei im Atelier
Simon Frei im Atelier